Englische Woche…

tahitian beauty by richard kohler (richardkohler) on 500px.com
tahitian beauty by richard kohler

Im Fußball herrschte dieser Tage die “englische Woche” und ich hatte auch meine englische Woche. Nicht das ich mehr Spiele hatte diese Woche. Ich durfte bei meiner Arbeit diese Woche viel Englisch reden.

Schon lange ist es her, dass ich so viel Englisch gesprochen habe. Am Meisten halt vor 25 Jahren auf der anderen Hälfte der Welt, dort wo die Sonne mittags im Norden steht. Und auf dem Weg dahin war ich auch kurz auf Tahiti. Beim Surfen auf 500px habe ich eben das tolle Bild entdeckt. Die wunderbare Landschaft der Südsee und die wundervolle Form der Frau. Wenn ich nun so 25 Jahre zurückdenke… ach ich hatte und habe ein wundervolles Leben.

Stille 2.0

In der letzten Zeit, seit längerer Zeit habe ich nichts mehr geblogt. Irgendwie war ich geblockt.

Momente des Stillen Glückes genießt man in solchen Zeiten besonders. Stilles Glück kommt manchmal ganz langsam und leise daher. Manchmal sehr leise. So einen Moment erlebte ich vor langer Zeit und er blieb in meiner Erinnerung über viele Jahre (vielleicht verklärte er sich auch in meiner Erinnerung). Er war wirklich sehr still. Eine surreale Stille. Mit Freunden war ich am Wochenende unterwegs zum Gorge du Verdon.Es war vor Pfingsten, die Touristen noch nicht in Massen an den Stränden. Aber an einem abgelegenen Strand stolperte mein Freund Jerome über junge deutsche Krankenschwestern. Vor der Saison genossen sie ihren ersten Urlaub.

Und so zeigten wir Ihnen die Sehenswürdigkeiten und die Plätze, die uns am meisten faszinierten. Was kann mehr begeistern als der Gorge du Verdon? Mit meinem Passat-Kombi fuhren wir unzählige Male die Strecke. Vom Meer durchs das Var hinauf in die Berge. An diesem Tag hatten wir aber nun die Krankenschwestern dabei und wie das mit Mädels so ist, packten wir es nicht bis zum gesteckten Zwischenziel des ersten Halts. Nein, wo Jungs mal schnell an der Straße halten, wenn es den sein muss, müssen Mädels halt auf ein anständiges Klo. Und so hielten wir an einer alten Raststätte. Eine wie ich sie aus den Bildbänden mit Titeln wie “Traumstraßen in den Süden” aus meiner Jugend kannte. Eine Raststätte gebaut für Postbusse, die über die Alpen fahren oder doch schon für Postkutschen?

Der Tourismus in den 80er war nicht davon geprägt kleine idyllische Bergdörfer zu erkunden. Ein Hauch von Gracia Patricia schwebte von Monaco aus immer noch entlang der Côte d’Azur und Monaco war Pflichtprogramm, genauso wie Nizza und Cannes. An den idyllischen Bergdörfer und sogar an dem grandiosen Gorge du Verdon ging der Kelch des Tourismus vorüber. So auch an der Herberge, die ihre besten Zeiten wohl schon hinter sich hatte. Im Flur zum Gastraum hingen Fotos aus den 50er mit Reisebussen und wesentlich mehr Touristen, die das Haus bevölkerten. Der Gastraum schien für die Abgeschiedenheit viel zu groß und wir waren auch die einzigen Gäste. Von der Terrasse bot sich ein herrlicher Blick in ein kleines Seitental. Und da war sie um uns, diese unwahrscheinliche Stille. Stille voller Frieden, der nur unterbrochen wurde, als die Bedienung den Gastraum betrat und dies die Schwingtür mit einem Quietschen anzeigte. Dieses Quietschen hätte mich normalerweise sofort genervt, aber die sonstige Stille stimmte einem sofort friedlich. Diese Stille war wirklich vollkommen. Kein Verkehr war zu hören, kein Wind, nicht das an der Küste im Sommer ununterbrochene Gezirpe der Grillen. Nur Stille, die wieder durch ein Quietschen unterbrochen wurde, als der Pastis (Richard und kein Pernod) und das Eiswasser gebracht wurden. Entspannt genossen wir die Stille, den Pastis und das Leben und hatten gar keine Eile mehr.

In den letzten Tagen dachte ich viel an diesen Moment und stellte dabei fest es sind seither 25 Jahre vergangen. Und nach dieser langen Zeit erlebte ich vor zwei Wochen wieder solch einen Moment. Die Stille im Raum war nicht so umwerfend, wie damals. Genauer gesagt wurde sie begleitet von Liedern aus der fabelhaften Welt der Amélie. Der Gastraum hier ein kleiner gemütlicher Raum mit einem großen Ofen, in dem wie der Kellner sagte, echtes Feuer brannte. Der Ausblick nicht so grandios, aber passend zu einem grauen Sonntag im Winter. Auf einen kleinen Kanal der kurz darauf in die Spree mündet, auf dem sich mehrere Entenfamilien tummeln. Stille und Behaglichkeit in einer auf dem Wasser schwimmenden Badeanstalt. Alt mit vielen Spuren der jahrelangen Nutzung. Der Brunch unschlagbar günstig. Die Bedienung zuvorkommend. Trotz der Musik fühlte ich Stille und Ruhe in mir. Wie die Raststätte in den Seealpen aus einer anderen Zeit erschienen, so tat es auch die ehemalige Badeanstalt in Berlin.

In Worms hatten wir auch mal so was, den Fürst, der war trotz seines Alters bei Alt und Jung beliebt. Doch dann wurde er modernisiert und nun ist er leider gar nicht mehr. Aber es war auch nicht mehr der alte Fürst. Blaue Szenebars mit kühlem Interieur gibt es in Berlin und auch sonst in der globalisierten Welt genug. Schicke durch und durch gestaltete Restaurants die austauschbar sind auch. Vielleicht fühlte ich mich deshalb im Freischwimmer so wohl. Ganz bestimmt aber auch, weil der Rest des Wochenendes einfach stimmte.

Sehnsucht nach Bergen oder warum ich mit Heidi fühlen kann

Wenn ich morgens in alles Frühe mit der Straßenbahn über den Neckarauer Übergang fahre sehe ich in der Ferne den südlichen Odenwald. Dann denke ich auch immer schwermütig an Heidi in Frankfurt, wie sie den Kirchturm bestiegen hat, um die Berge zu sehen. Die Berge schienen ihr so nah, doch in der Stadt gefangen konnte sie diese doch nicht so schnell erreichen.

Manchmal fühlt man sich in der Stadt gefangen. Viel Arbeit und wenig Zeit lassen mich momentan fühlen als sei ich gefangen. Und so fühle ich mit Heidi. Endlich mal wieder ein freies Wochenende und im Odenwald oder in der Pfalz die bescheidenen Berge erklimmen.

Heidi hat es ja auch geschafft zurück in ihre geliebten Berge.

X100 – Infrarot

Am letzten Wochenende erhielt ich zum ausgiebigen Test die Fuji X100 von meinem Fotohändler. Auf einer Hochzeit wollte ich die Kamera mit ihrem interessanten Sucherkonzept testen.

Bevor ich sie am Montag wieder zurück gab, testete ich sie auch noch einmal draußen ausgiebig. Da die Sonne herrlich schien, heilt ich kurzerhand auch das Infrarotfiler B+W 93 vor das Objektiv. Dank des optischen Suchers konnte ich meinen Bildauschitt wählen.

Nicht schlecht staunte ich, als ich auf den elektronischen Sucher umschaltete und auch noch etwas sah. Selbst der Autofokus funktionierte einigermaßen bei dem vorgehalten Filter. Leider hat die X100 ein Filtergewinde und es wird ein Adapter, der nicht ganz billig ist benötigt.

Der Hotspot bei geöffneter Blende ist recht deutlich sichtbar. Da ich aber kein Stativ und keinen Filterdadapter zur Verfügung hatte, testete ich nicht mit kleinerer Blende, damit ich die Bilder auch noch aus der Hand schießen konnte. Für die Belichtung stellte ich an der Kamera eine Belichtungskorrektur von +2 EV ein. Verbunden mit einem ISO-Wert von 1600 ließen sich so Bilder aus der Hand geschossen realisieren. Dank des guten Rauschverhaltens der Kamera kommen so ohne großen Aufwand Schwarzweißbilder im klassischen Infrarotlook heraus.

Aber auch für farbige Infrarotbilder scheint die X100 geeignet zu sein. Mit einem Kanaltausch kommen ansprechende Bilder heraus.

 

 

Klassisches Design sieht man sich immer wieder gerne an

Vor einhundert Jahren, zu einer Zeit als elektrisches Licht noch gar keine Selbstverständlichkeit war, erkannte Eugen Bolich die Bedeutung und gründete die Bolichwerke. Mit seinem Email- und Metallwerk spezialisierte er sich auf Reflektoren und Lampen.

In den vergangen hundert Jahren entstanden Klassiker des Designs. Die Vertrautheit der Schreibtischlampen, die auch die Wirtschaftswunderjahre prägten, kommt nicht von ungefähr. Jeder von uns kennt den Anblick aus alten Büros, Filmen in Schwarzweiß – mir fallen sofort “die Hesselbachs” ein.

Schön zu sehen, dass es immer noch klassische Dinge gibt, die funktional sind, nicht aus billigem Kunststoff bestehen (alleine das textile Kabel begeistert mich) und somit auf eine lange Haltbarkeit ausgelegt und wertig sind. Die Kollektion Ebolicht ist einfach schön anzusehen.

Kritik an der Kritik

… oder warum man dem Kulturteil mancher Zeitung nicht trauen sollte!

Irgendwie schaffe ich es in manche Ausstellungen immer auf den buchstäblich letzten Drücker. Insbesondere, wenn diese auch noch lange liefen. So war ich am letzten Sonntag, dem letzten Tag der Ré Soupault Ausstellung in der Kunsthalle in Mannheim endlich in dieser und nahm an der letzten öffentlichen Führung teil.

Im Vorfeld hatte ich mich natürlich informiert. Ein Ausstellungsbesuch ist für mich kein singuläres Ereignis. Sich darauf vorbereiten, informieren steigert die Vorfreude… birgt aber auch das Risiko von der Ausstellung stärker enttäuscht zu sein, weil diese Vorbereitung die Erwartungen steigern.

Nun, Teil meiner Vorbereitung war auch den Artikel in der Badischen Zeitung zu lesen, der eine Rezension der Ausstellung sein wollte. Dieser dämpfte jedoch meine Erwartungen. Aber wie bei so manchem Film, der von der Kritik niedergemacht wird, kann es ja auch bei einer Ausstellung gehen. Also ging ich mit offenen Augen und mit Offenheit in die Ausstellung. Vorher überlegte ich mir, da ich meinen Fokus auf die Fotografie lege, welche Erwartungen ich habe.

Erste Befürchtungen stellen sich beim Anblick des Ausstellungskatalogs ein. In plakativen Lettern bedeckt da der Name beinah die gesamte Vorderseite des Einbands und legt sich übers Konterfei der Fotografin, die mit Sonnenbrille und Kamera in einem Meer von Schnittmustern und Modezeichnungen schwimmt, von dem eine Welle auch auf die Rückseite geschwappt ist.

Badische Zeitung am 28.02.2011

Was mir an der “Rezension” der Badischen Zeitung überhaupt nicht gefallen hat, war die Tatsache, dass der Autor schon sein Bild von der Ausstellung beim Anblick des Kataloges hat. Wohlgemerkt vom Titel! Denn hineingeschaut zu haben scheint er nicht. Sonst wüsste er, dass zwar Man Ray Erna Meta Ré nannte, aber nicht Ursprung dieses Namens war.

Nach dem Ausstellungbesuch drängte sich mir der Gedanke auf, der Autor ging widerwillig zur Ausstellung, erwartete Fotografien und nicht nur “Weiberkram” wie Mode. Und als er an der Kasse auch noch warten musste, nutze er die Zeit in der Schlange, die an der Auslage des Museumsshops vorbeiging, um sich anhand des Kataloges mach schnell ein Vorurteil zu bilden. Dies muss so schnell gegangen sein, dass er nicht die Zeit hatte, den Untertitel des Katalogs zu lesen: Bauhaus Film Mode Fotografie Literatur. Das hätte er doch mal besser getan, denn dann hätte er gemerkt, dass seine Kritik völlig am Thema der Ausstellung vorbei ging und sein Urteil der vertanen Chance nur auf seinen Erwartungen und seinem Vorurteil beruht.

Die Titelgestaltung des Katalogs finde ich übrigens sehr gelungen. Warum? Soupault hieß Ré erst nach ihrer Heirat mit Philippe Soupault. Den Rufnamen Ré erhielt sie bereits zuvor. Ré ist auf dem Titel in Schwarz gesetzt und steht so als die Konstante unter den verschieden Namen unter denen Ré Richter, Renate Green, Ré Soupault, Erna Meta Niemeyer ihre verschiedenen Karrieren vorantrieb.

Die Kritik von Herrn Fronz an der Gestaltung des Kataloges geht noch weiter, ihn stört die “Welle” von der Fotografie hin zur Mode, die sich dann auf dem Rücken fortsetzt. Herrn Fronz scheint entgangen zu sein, dass wir im europäischen Kulturkreis Bilder und Titel von links nach rechts erschließen. Somit geht der Schaffensbogen von Ré Soupault von der Mode (erst der Modejournalismus, dann die Modeschöpfung) hin zur Fotografie. Vollkommen richtig umgesetzt von Ingrid Sauer!!!

Und wie schreibt Herr Fronz, der Titel zieht sich über das Konterfei der Protagonistin? Hab ich den falschen Katalog erwischt? Hat er Fronz aus schlechter Erinnerung heraus geschrieben? Oder weiß er nicht, was Konterfei bedeutet. Jedenfalls ist bei meinem Katalog das Gesicht von Ré Soupult auf dem Titel völlig frei von Schrift.

Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, hier wird eine Ausstellung nach dem oberflächlichen Eindruck eines Ausstellungskataloges bewertet. Schon beim ersten Lesen des Artikels hatte ich den Song Look of Love von ABC in den Ohren.

If you judge a book by the cover,
then you judge the look by the lover.

Aber endlich zurück zu den Tatsachen der Ausstellung. Teil Eins – die Bauhauszeit mit entsprechenden Exponaten und im Eingangsbereich der Ausstellung, daran schließt sich der zweite Teil der Ausstellung an. Dieser beschäftigt sich mit der Zeit bei Sport im Bild. Beide Bereiche teilen sich den ersten Raum der Ausstellung.  Und in diesem zweiten Teil ist auch der Laufsteg untergebracht, den Herr Fronz mit vielen Worten beschreibt, der aber tatsächlich einmal gerade so um die 4 Meter lang war.

Der Parcours gerät über weite Strecken zum Laufsteg, auf dem Damen im Chic vergangener Tage in Gestalt von zu Lebensgröße aufgeblasenen und auf Glasscheiben applizierten Modezeichnungen an uns vorüberziehen. Und uns werden detaillierte Informationen aufgeladen, nach denen wir nun wirklich nicht lechzten.

Badische Zeitung am 28.02.2011

Herr Fronz weiß auch ganz genau, nach welchen Informationen die Ausstellungsbesucher lechzen? Oder warum spricht er im Plural? Mich interessiert es sehr wohl, welchen Einfluss ein Künstler auf seine Zeit hatte und welche Einflüsse von anderen in sein Werk spielen. Erst dieser Überblick zeigt die Bedeutung eines Künstlers. Kurzer Sprung in die Wissenschaft. Doktoranden sollen in ihren Doktorarbeiten ihre Quellen angeben, damit die sie beurteilenden Kollegen wissen, wie sie zu dem Schluss kommen und somit die eigene Leistung der Doktoranden beurteilbar ist. Tun sie das nicht spricht man vom Plagiat. Auch Künstler beklagen zuweilen das Plagiat. Und deshalb ist es legitim und geradezu notwendig, wenn in einer Ausstellung, die ja auch einen wissenschaftlichen Anspruch hat, auf solche Einflüsse verwiesen wird.

Während der Autor sich aber von der Mode, die offensichtlich nicht sein Ding ist, blenden lies, übersah er die dem Laufsteg gegenüber ausgestellten Fotografien. Denn er entdeckte die ersten Fotografien erst im 3. Raum der Ausstellung. Was aber nicht verwundert, kündigte der Katalog doch im Untertitel schon die Reihenfolge an. Und dort belegt die Fotografie nun einmal die vierte Stelle.

Überhaupt scheint es dem Autor nicht zu passen, dass die Ausstellung chronologisch aufgebaut ist. Das ist ihm zu bieder. Erwartet er etwas revolutionäres? Etwa Punkt? Es ist keine Vivienne Westwood Ausstellung. Klar die Badische Zeitung ist keinstenfalls bieder. Stammt sie doch aus einem Bundesland, dass als erstes von Grün-Rot regiert wird und innovativ wie sie ist, heißt sie es auch gut. Sie hat ein innovatives, frisches, ja modernes Layout und die Konzeption sucht ihres Gleichen. Nee – das war eine andere Zeitung!!! Die Badische Zeitung ist so bieder, wie viele andere Zeitungen auch. Strikte Resorttrennung – Reihenfolge Politik – Lokales – Sport. Halt durch und durch bieder!

Kein Wort in dem Artikel über die meiner Meinung nach absolut gelungene Konzeption des Teiles über die Aufnahmen des Quartier réservé. Um die Enge, das eigentlich Voyeuristische dieser Aufnahmen zu demonstrieren, wurden diese hinter Schlitzen ausgestellt.

Ré Soupault lebte in der Vor-Facebook-Ära. Und doch gelang es den Ausstellungsmachern ihr soziales Netzwerk der Künstler und Intellektuellen gekonnt darzustellen.

Dem Titel der Ausstellung Ré Soupault – Künstlerin im Zentrum der Avantgarde wurde die Ausstellung völlig gerecht. Herr Fronz wähnte sich aber offensichtlich in der Ausstellung Ré Soupault – Fotografin und ihr komplettes Werk. Vertan hat also hier nur einer eine Chance, nämlich Herr Fronz eine Rezension zu schreiben, die der Ausstellung, die er besuchte gerecht wurde. Unter einem Aufsatz in der Güte wäre es in der Schule sicher legitim, den Satz zu finden: “Thema verfehlt”.

Die Ausstellung war sehr gut gemacht und machte Freude und zeigte einen breiten Überblick über das Schaffen von Rè Soupault, die eine vielseitige Künstlerin war und nicht nur eine große Fotografin. So ist den Ausstellungsmachern und der Kunsthalle Mannheim zu danken und der Ausstellung in Regensburg viel Erfolg zu wünschen!

Der Katalog
Kunsthalle Mannheim

Charme

“Der Charme ist zurück…”

So ist in einer Fotozeitschrift zu lesen. Der Charme der guten alten Polaroidbilder. Gut ja er ist wirklich zurückgekehrt, in Form von immer besser werdenden Filmen von IMPOSSIBLE. Aber in der Zeitschrift geht es nicht um den Charme, die Haptik, die Anmutung des einmaligen Polaroidmaterials – besser gesagt der Materialien. Nein es geht schlicht weg mal wieder um den Bildlook. Gut die Zeitschrift steht auch bei mir nicht auf der Liste der Fotopublikationen, die man lesen muss (da steht bei mir auch so ziemlich alleine die PHOTONEWS). Diese Zeitschrift ist das Hausblatt, der von mir eh (spätestens seit der Photokina 2008 gehassten FotoCommunity). Der Sinn seine (zahlenden) Mitglieder mit Artikeln, die sie selbst schreiben dürfen noch in einer gedruckten Version vorzustellen erschließt sich mir nur darin, dass hier jemand zweimal mit kostenlosem Contend den der geliefert bekommt Geld verdient.

Aber zurück zum Thema. Ist das Charme, wenn der Polaroid-Integral-Film-Look mit einem Photoshop-Plugin erstellt wird. Immer wieder der gleiche tausendfach reproduzierbar? Immer mit dem gleichen Fingerabdruck an der gleichen Stelle. Immer mit dem gleichen Schatten auf dem digital simulierten Trägermaterial? Ist es der alte Charme, wenn ich mir die Bilder nur am Monitor ansehen kann, denn schon beim Ausdruck geht ja einiges Verloren. Viel dünneres Papier, ohne die beiden leeren Kammern, in denen die Entwicklerpaste war.

Den Charme eines Polaroids machen verschiedene Dinge aus, bei welcher Temperatur entstand die Aufnahme, bei welchen Bedingungen entwickelte sich das Bild. Davon ist abhängig, wie kräftig die Farben wurden. Ein Plugin bügelt nur einen Standard über das Bild – fertig – 08/15. Für mich hat das keinen Charme.

Der Charme eines Polas, ist für mich auch in den Minuten oder Sekunden des Wartens auf das Bild begründet. Das macht den Charme für mich als Fotografen aus. Das kann kein Plugin! Der Charme eines Polaroids liegt auch in den schon immer relativ hohen Kosten. Aber der Digitalknipser mit dem vielleicht auch noch raubkopierten Photoshop hat ja kaum Kosten, er kann ganz schnell und ohne große Kosten 1.000 Bilder machen und dann über die Bilderflut sein Plugin bügeln. Eins wird schon gut sein! Wo ist da der Charme?

Aktuell – mit IMPOSSIBLE Material kostet ein Schuss ca. 2,50 €. Da überlegt man schon, bei der Bildkomposition. Auch nicht besser ist die Situation, wenn man einen alten Polaroidfilm aus dem Kühlschrank holt.

Sorry, lieber Fotocommunity-Autor, eine Aufblaspuppe mit dem Look von Audrey Hepburn wird auch nie deren Charme haben, sondern nur eine billige Kopie sein. Nichts anderes ist es mit den billigen, digitalen Polaroidkopien. Wer den Charme erleben will, dem empfehle ich Material von IMPOSSIBLE, altes Polaroid-Material oder den Besuch der Polaroid Collection ab dem 17. Juni in der Galerie Westlich in Wien. Die einmalige Sammlung aus dem Hause Polaroid wurde auch von IMPOSSIBLE gerettet. Das hat Charme. ;)

Stoff aus der Sparydose – cooles Design

Fashion Show spray-on dress.
© Fabrican Ltd 2010
Photographer Ian Cole.

Als ich das im Internet zum ersten Mal sah, war ich sofort begeistert. Sofort hatte ich Ideen was man damit bei einem Shooting anfangen könnte. Stoff aus der Dose, individuelle Kleidung ist so für jeden Kreativen auch möglich, wenn er nicht mit Nadel und Faden umgehen kann.

Leider ist es noch nicht soweit, dass man eine Dose kaufen kann. Ich würde mir sofort eine bestellen. Die Entwicklung zum Verkaufsprodukt dauert noch und nach Angaben von Fabrican Ltd. arbeitet man zur Zeit mit Partnern an einer Vielzahl von Anwendungen u.a. im medizinischen Bereich, für den Haushalt und im kosmetischen Bereich.

Übereit 10 Jahren Entwicklung stecken in Fabric-Spray-on. Das Material kann direkt auf die Haut aufgesprüht werden und wird in kürzester Zeit zu einem Art Vlies aus den im Aerosol enthaltenen Fasern und Bindemitteln.  Dr. Manel Torres hat die Idee während seines Studiums an dem Royal College of Art entwickelt und für seine Doktorarbeit darüber geforscht. 2003 wurde Fabrican Ltd. von ihm gemeinsam mit Professor Paul Luckham gegründet.

Innerhalb der nächsten 8 Monate soll für den Kunstbereich die ersten marktreifen Anwendungen bereitstehen.

 

Frühling

Luisenpark Mannheim

Luisenpark, aufgenommen mit der Polaroid 215 auf Polaroid 664

Ab heute ist auch kalendarisch Frühling. Schon gestern zog es die meisten hinaus in das herrliche Wetter. Im Luisenpark herrschte reges Treiben.

Mit der SX 70 und der 215 bewaffnet zog ich durch den Park und machte »Frühlingsbilder.«

Wer den Frühling draußen erwandern will, dem empfehle ich das Buch von Petra und Horst Bless. Gerade jetzt, zur Mandelblüte ist die Weinstraße ein lohnendes Ausflugsziel. Aber lange wird die Pracht nicht anhalten, also gilt es sich zu beeilen. Vielleicht am nächsten Wochenende, nach dem Wahlgang die vielen blühenden Bäume genießen.

PX70 First Flush

 

Der chinesische Garten - Polaroid 664

 

 

Der chinesische Garten - PX70 Push